Kürzlich konnte man in einer Zeitschrift den Satz lesen: Irgendwann wird das Internet zwei Eingänge haben. Einer führt in die Bereiche des weltweiten Netzes, der free-to-use für Alle ist und der andere wird zu den bezahlten Inhalten führen. Anlasse dieser Äußerung war die aktuelle Diskussion um die Konkurrenz zwischen den Printmedien und ihrer Online-Ausgaben und den öffentlich-rechtlichen Angeboten von Tageschau.de und Zdf.
Nicht durchzusetzen?
Bei dieser Unterscheidung würde es sich in erster Linie um einen qualitative Unterscheidung handeln. Der Benutzer wüsste dann: Suche ich nach Inhalt der Qualität hat, muss ich das Tor mit Eintrittspreise benutzen. Ein indirekter Effekt wäre, dass Umsonstangeboten gerade im Bereich Presse und Information immer die Aura des Unseriösen anhaften würde, wenn sie nicht von großen Namen identifiziert werden würden. Denn die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender fallen aus so einer Klassifikation eben gerade durch das Attribut öffentlich wieder heraus. Auch heute schon sind nur etwa die Hälfte der Presseartikel wirklich der Information verpflichtet. Schaut man sich die Internetauftritte selbst seriöser Printmedien, wie der Süddeutschen an, fällt schnell auf, dass maximal gut die Hälfte der Beiträge und Artikel tatsächlich gut recherchierte und journalistisch wertvolle Beiträge sind. Ein großer Teil sind Statisten unter den Artikeln, reiner Website-Inhalt ohne Inhalt.
Neue Zweiteilung in Sicht
Nun schockt Google die Internetgemeinde indem sich das Unternehmen in den Verdacht begibt, das Ganze von der anderen Seite aufzurollen. Das heißt, dass icht der Nutzer für die Inhalte bezahlen muss, sondern die Inhalte für ihre Bereitstellung. Und damit die Medien und die Unternehmen, die ihre Inhalte einer breiten Öffentlichkeit präsentieren wollen. Hintergrund ist eine Überfüllung des Netzes mit Inhalten, die vor allem die Zuleitungen zu den Endverbrauchern in den heimischen Wohn- oder Arbeitszimmern betreffen. Also sollen in Zukunft bezahlte Services Vorfahrt haben vor denen, die ihre Informationen bereitstellen und keinen Aufpreis zur Beschleunigung bezahlen. Im schlimmsten Fall würde das bedeuten, das recherchierende Studenten auf das Laden ihrer Uniseite warten müssten, weil unzählige Vergnügungssüchtige gerade Videos auf YouTube anschauen.